Nein, wechselnde oder gar mehrere Geschlechtsidentitäten können doch keinen Sinn machen, oder doch?

Was bin ich?

Ich habe recherchiert! Und nun bin ich nicht mehr sicher. Ich bin echt verwirrt bei so viel Auswahl! Bin ich tatsächlich eine Frau? Oder bin ich doch ein Foggender (deren Geschlecht ist aufgrund von sogenanntem “Brain Fog” – also Gehirnnebel – nicht eindeutig benennbar)? Oder doch ein Xenogender (stehen in Bezug zu anderen Konzepten wie Farben, der Natur oder etwas nicht-Menschlichem)? Hmmmm, ich muss mal in mich gehen, habe aber zur Vorsicht gleich das mit den Farben ausprobiert:

Von Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten

Aufgrund meiner Recherchen bin ich auf einen wichtigen Unterschied gestoßen: Einerseits ist da der Terminus Geschlecht und andererseits der Begriff der Geschlechtsidentitäten. Was ist nun was? Also: Da gibt es einmal das biologische Geschlecht, das in männlich und weiblich unterteilt wird. Dann definiert man die Geschlechtsidentität, bei der es um die geschlechtsbezogenen Aspekte der menschlichen Identität geht. Schwul und lesbisch – also Männer, die auf Männer stehen und Frauen, die auf Frauen stehen – finde ich noch einleuchtend und nachvollziehbar. Auch Bisexuelle kann ich verstehen – also Personen, die sowohl auf Männer als auch Frauen stehen. Aber alles andere lässt wohl viel Spielraum für Interpretationen, wie es aussieht.

Liste mit Geschlechtsidentitäten

Ihr wollt auch wissen, ob ihr anstatt nur eine „Frau“ oder ein „Mann“ zu sein, nicht doch etwas anderes seid bzw. etwas anderes in euch schlummert? Voilà, schaut doch mal die lange Liste durch (kein Anspruch auf Vollständigkeit und irgendwie viele Wiederholungen):

  • genderqueer/ non binary/ nicht binär – nicht (nur) als weiblich oder männlich, unter diesem Sammelbegriff finden sich noch viele weitere Geschlechtsidentitäten und ganz persönliche Empfindungen
  • androgyn/ zweigeschlechtlich – männliche und weibliche Merkmale aufweisend, in sich vereinigend
  • gendervariabel/ genderfluid („fließend“) – bewegt sich zwischen den Geschlechtern männlich – weiblich. Da kann es vorkommen, dass sich jemand an einem Tag männlich fühlt und am nächsten weiblich.
  • bigender – vereint Elemente von zwei Geschlechtern.
  • pangender – schließt alle (was auch immer das hier heißen mag) Geschlechter ein.
  • intersexuell/ intergeschlechtlich – körperliche Geschlechtsmerkmale, die sich nicht als nur männlich oder nur weiblich einordnen lassen. Man spricht auch von angeborenen Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale.
  • geschlechtslos/ geschlechtsneutral/ agender – keinem Geschlecht zugehörig
  • transweiblich/ transmännlich –  Menschen, die sich überwiegend als weiblich/ männlich verstehen, bei der Geburt wurde allerdings ein anderes für sie nicht komplett passendes Geschlecht eingetragen.
  • zwitter/ Hermaphrodit – den geschlechtlichen Merkmalen nach sowohl männlich als auch weiblich.
  • Drag – könnte die Abkürzung für „Dressed Resembling A Girl“ („angezogen nach Art eines Mädchens“) sein. Drag Queens sind Männer, die in künstlerischer oder humoristischer Praktizierung von Travestie durch Aussehen und Verhalten Frauen darstellen.

Ihr wollt mehr Begriffe und dazugehörige Definitionen? Dann seht doch mal in diesem Lexikon nach oder eben auf dieser Seite des Nichtbinär-Wiki. Da gibt es eine richtig GROSSE Auswahl. Wer da nix findet, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Meine Favoriten unter den skurrilsten Geschlechtsidentitäten

Wie schon eingangs erwähnt finde ich „Foggender“ echt skurril. „Guydykes“ sind lesbische Männer mit lesbischem Begehren. Viele Guydykes sehen sich auf die eine oder andere Weise als „lesbische Frau im Körper eines Mannes“. Kurz: Ein Mann, der auf Frauen steht, oder? Also eh nichts Auffälliges, nur halt kompliziert beschrieben…… Dasselbe gibt es auch umgekehrt und nennt sich dann „Girlfag“.

Es gibt außerdem auch noch die Bezeichnungen „Lunarian“, „Stellarian“ und „Solarian“ – diese gehören zum „Galaxischen System“. Kanntet ihr sicher schon, oder? *Scherz*

Geschlechtsidentität „Erdbeere“?

Ja, echt jetzt! Hier ist ein Zitat aus der Webseite wikimannia:

„Also, ich bin ja gerade auf dem Weg zu meinem coming out und drauf und dran, mich zum Geschlecht Erdbeere zu bekennen und mir in den Pass „erdbeer“ eintragen zu lassen, schwanke aber noch, ob ich nicht auch „10 GBit“ als Geschlecht wählen sollte und ob ich damit in arabischen Ländern Probleme bekommen könnte. „10 Giga-Erdbeere“ wäre ein Kompromiss. Jedenfalls nicht mehr „Mann“, da hat man eh nur Nachteile.“ Ich hoffe ja, dass dieser Eintrag als sarkastisch gewertet werden darf. Andernfalls: Kein Kommentar.

Neue Bezeichnung? Ja klar!

Ich überlege mir gerade, ob ich mir vielleicht eine neue Geschlechtsidentität einfallen lasse und dann darauf poche, diese in den Katalog bzw. in das Lexikon der Geschlechtsidentitäten aufzunehmen. Ich könnte ein Einhorn sein, das sich allerdings nachts als Elfe tarnt und durch die dunklen Nächte fliegt, um morgens aufzuwachen und sich plötzlich als Regenbogen zu fühlen.

Wie umgehen mit Personen, die weder Mann noch Frau sind?

„Manche nicht-binäre Menschen fühlen sich wohl damit, wenn mit den Pronomen „er“ oder „sie“ über sie gesprochen wird. Andere ziehen es vor, dass wechselnde Pronomen, keine Pronomen oder nicht-binäre Pronomen wie „x“ oder „sier“ für sie verwendet werden. Am besten fragen Sie die Person einfach.“ (Quelle siehe hier) Unbedingt! Nicht, dass ihr da einen Fehler macht, gell!

Mit Kindern darüber reden?

Ich bin ja total dafür, dass ihr mit euren Kindern bzw. Teenagern darüber sprecht! Lest ihnen alle Möglichkeiten inklusive Definition vor und fragt sie, wo sie sich sehen! Euer Kind ist dann bestimmt nicht verwirrt, sondern fühlt sich hervorragend. Es ist sicherlich etwas für jedes eurer Kinder dabei! (Achtung: Sarkasums!)

Offenheit für vieles, aber nicht alles!

Ich bin ja echt offen für vieles – scheinbar nicht alles. Aber manchmal finde ich schon, dass man gewisse Sachen übertreiben kann. Nicht wahr?