Kinder haben und dann noch Vollzeit arbeiten – nichts leichter als das, sage ich. Denn: Viele (Mütter und auch Väter) schieben ihre Kinder aufgrund ihres Vollzeit-Jobs ab. Das heißt: Sie lassen diese von jemand anderes betreuen und arbeiten halt „nur“. Die wahren Heldinnen sind für mich die, die so arbeiten, damit sie Kinder, Arbeit und auch den Haushalt unter einen Hut bringen und somit alles ALLEIN und OHNE HILFE bewerkstelligen.

Vollzeit Mama
Mama kann alles 😉

Arbeitest du nur oder betreust du auch Kinder?

Nichts einfacher als arbeiten zu gehen und zuvor die Kinder in der Früh in eine Kita oder sonstige Kinderbetreuungs-Einrichtung zu bringen und abends wieder abzuholen: gefüttert und bespaßt! Da hat man als Elternteil nicht mehr viel zu tun. Obendrein gibt es dann daheim auch noch eine Putzfrau oder gar Haushälterin, die sich um die eigenen vier Wände kümmert.

Putzfrau
Putzfrau

Eine meiner Freundinnen sagt…

…dass sie die Kinder (12 und 14) daheim nicht mehr aushält. Sie meint, dass die Kids dauernd nach „Action süchteln“ und immer lästig sind, wenn ihnen fad wird. Der Sohnemann (14) will zum Fußballtraining und zum Golf. Die Tochter (12) will das Reiten und auch noch Tanzen lernen. Dazwischen sollten sie auch noch für die Schule lernen und brauchen da und dort etwas Unterstützung – von der Mama oder vom Papa natürlich. Da kommt schon Stress auf. Nicht nur wegen der schulischen Unterstützung, sondern auch, um die Kinder zu dem ein oder anderen Termin zu fahren und auch abzuholen. Man will doch den Nachwuchs nach besten Wissen und Gewissen fördern und sicherstellen, dass sie die optimalen Voraussetzungen für das spätere Leben erhalten. Kann doch nicht sein, dass mein ein Fussballtalent, eine prädestinierte Tänzerin oder eine Hochbegabung unerkannt bleibt.

Warum sich also selber abrackern, wenn es doch auch einfacher geht und man die Kinder einfach in eine Ganztagsbetreuung „stecken“ kann. Am Ende regiert Geld die Welt: Denn wer „Kohle“ hat, der bietet seinen Liebsten „Rundum-Betreuung“.

Geld
Geld regiert die Welt

Meine eigenen Erfahrungen zum Thema Vollzeit

Ja, und sogar ich kann mittlerweile aus eigener Erfahrung sprechen! So habe ich das vergangene Jahr als Vollzeit-arbeitende Mama mein Dasein gefristet. Und soll ich euch was sagen? Ich hatte noch nie so ein gemütliches und entspanntes Jahr wie dieses. Warum? Weil ich mich um kein Mittagessen, keine Freizeitbeschäftigungen und auch nicht um die Hausübungen kümmern musste. Ich konnte es gar nicht, weil ich ja nicht da war. Ich musste ja arbeiten. Essen und Co. übernahmen andere Menschen für mich. Derweil konzentrierte ich mich auf meinen Job und ging obendrein noch jeden Tag gemütlich allein und in Ruhe zu Mittag essen. Herrlich!

Arbeiten
Mama arbeitet Vollzeit

Warum sich den Stress mit den Kindern dann antun?

Jetzt fragt sich bestimmt jeder Leser: Warum tust du dann nicht so weiter wie bisher, wenn das so „chillig“ und gemütlich und stressfrei war? Die Antwort ist ganz einfach: Weil mir meine Kinder fehlten! Ich habe meinen Sohn und meine Tochter quasi nur abends kurz gesehen und dann halt an den Wochenenden. Vom Rest bekam ich nichts mit – außer halt am Elternsprechtag, wenn die Lehrer der Kinder wieder was zu bemängeln hatten. Da fragte ich mich dann schon: Warum habe ich eigentlich Kinder, wenn ich die nicht sehe? Dann könnte ich mir genauso gut auch einen Hund halten.

close up photography of fawn pug covered with brown cloth
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Lieber Kinder als einen Hund!

Und dann dachte ich: Da hab ich lieber Kinder als einen Hund und arbeite eben nicht Vollzeit. Auch wenn es stressig ist und weniger Geld einbringt. Denn: Was bringt mir denn das ganze Geld am Ende meiner Tage, wenn ich nur „leer“ durchs Leben gehe? Wenn ihr jetzt meint, dass das nicht stimmt, dann habe ich wieder ein Beispiel für euch: Anscheinend kostet eine Vollzeit Tagesbetreuung für ein einjähriges Kind in München satte 1.500 Euro. Na gut, wenn die Eltern genug verdienen, dann geht das vielleicht ja noch, aber da sage ich schon: MEIN LIEBER SCHOLLI! Was soll denn das? Wie krank ist denn unsere Gesellschaft mittlerweile geworden, dass ich mein eigenes Kind, das gerade einmal laufen kann und noch nicht einmal sprechen in eine Einrichtung stecke, die mir einen Großteil meines Verdientes kostet, nur damit ich Karriere machen kann und in meiner Pension dann gut bezahlt bekomme?

50er Jahre
In den 50er Jahren stehengeblieben

Mama aus Leidenschaft

Viele mögen vielleicht jetzt sagen, ich wäre mit meiner Einstellung in den 50er Jahren stehengeblieben. Aber: Das ist mir wurscht. Denn die Kinder sind immer noch mein Lebensinhalt – egal wie sehr ich mich oft über sie ärgern muss. Denn: Die Sonnenseiten überwiegen und vor allem zählt eines: Ein oder mehrere Kinder gesund und nach bestem Wissen und Gewissen aufzuziehen ist die sinnvollste und bestimmt befriedigenste Sache der Welt – neben gutem Sex.

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