Quarantäne – eines der Unwörter der vergangenen zwei Jahre. Wenn es dann in dem Zusammenhang um Kinder und Jugendliche geht, dann hört sich der Spaß für mich auf.

Sieben Tage auf 10 Quadratmetern

Der Sohn wurde von der Behörde aufgrund eines positiven Corona Tests in Quarantäne geschickt. Dem nicht genug ordneten seine Eltern im Haushalt an, dass er sein Zimmer für die Dauer der Quarantäne nicht verlassen durfte. Er musste also auf seinen 10 Quadratmetern hausen und vor sich hinvegetieren. Essen wurde vor der Zimmertür abgestellt. Wenn der Sohn auf die Toilette oder ins Bad wollte, dann nur mit FFP2-Maske! Im eigenen Haushalt. Unglaublich? Ja! Aber leider unglaublich UND wahr.

Quarantäne im eigenen Haushalt

Quarantäne im eigenen Haus ist ja schon schlimm genug. Aber dann auch noch die eigenen Kinder im eigenen Haushalt noch einmal in ihren Zimmern zu isolieren, das geht gar nicht! Wieso tun Eltern so etwas? Weil sie Angst haben, vom eigenen Kind angesteckt zu werden? Das kann vermutlich der einzige Grund dafür sein, das eigene Kind für mindestens fünf Tage ins Zimmer zu stecken und ihm sogar das Essen nur vor die Tür zu stellen.

Kinder und Jugendlich haben schon genug gelitten

Unsere Kinder haben in den vergangenen Jahren schon genug durchgemacht – für die ältere Generation und für diejenigen, die sich vor Corona fürchten. Den Kids wurde ein Maulkorb in doppeltem Sinn verpasst – denn der Mund-Nasenschutz bedeckt nicht nur den Mund, sondern erschwert auch das Sprechen und Artikulieren. Sie wurden von den Schulen nach Hause geschickt, durften ihre Freunde nicht treffen, konnten nicht ausgehen. Keine Tanzschule, keine Disco, keine Parties, stattdessen waren sie ohnehin mehr oder weniger an ihre Zimmer gebunden – trotz Impfung. Was muss dann in einer Mutter oder einem Vater vorgehen, das Corona-positive Kind trotzdem im Zimmer „einzusperren“?

Umarmungen statt Quarantäne

Anstatt das Kind im eigenen Zimmer zu isolieren – während der angeordneten Quarantäne – sollten die Eltern ihr Kind wieder einmal in den Arm nehmen, es loben und ihm Mut machen. Es kann doch nicht sein, dass ich als Elternteil Angst vor einem kranken Kind habe? Ich persönlich hatte noch nie Angst vor einem kranken Kind – selbst dann nicht, wenn die Kinder sich aufgrund eines Virus mehrmals pro Nacht übergaben. Selbst dann nicht, wenn die Kinder mit 40 Grad Fieber im Bett lagen. Selbst dann nicht, als meine eigenen Kinder an Corona erkrankten. Ich war ihnen immer körperlich nahe, habe sie umarmt gestreichelt und ihnen gut zugeredet. Angst davor mich anzustecken hatte ich nicht. Denn ich sage immer: Es kommt sowieso wie es kommt. Und außerdem brauchen gerade kranke Kinder mehr Liebe und Zuneigung als sonst.

Sich um das kranke Kind kümmern

Freunde ausmisten

Neulich schrieb ich darüber, ob man Freunde ausmisten darf. Und ja: Man darf! Unter anderem deshalb, weil diese Freunde während der Quarantäne die Kinder in ihre Zimmer sperrten, aus Angst sich anzustecken. Ich kenne solche vermeintlichen Freunde, die das taten und wisst ihr was: Die sind von der Sorte „#ichmachallesrichtig“. Sie richten sich nach allen vorgegebenen Regeln. Selbst wenn diese Regeln keinen Sinn machen hinterfragen sie diese auch nicht. Ich kann damit nichts anfangen. Rein gar nichts!