Tja, was soll man sagen. Wir sind quasi abgeschottet und auch isoliert. Wie es uns seit der Corona-Krise geht, das werden wir euch hier mitteilen. Allerdings beschränkt sich die Berichterstattung auf die Werktage, denn: Wochenende ist ja frei (*Sickerwitz*Scherzerl*). Außerdem gibt es hier wöchentlich ein paar Tipps, was man gegen Langeweile und einen Lagerkoller tun kann.

Woche 0: 10. – 15.3.

In dieser Woche war alles noch anders. Ich fuhr in die Schule oder in die Redaktion (arbeite 30 Stunden als Redakteurin und 4 Stunden als BHS-Lehrerin), die Kinder begaben sich in die Schule, der Mann in die Firma. Klar waren wir uns bewusst, dass die Lage kritisch wäre, aber so richtig Sorgen gab es keine. Als es dann plötzlich hieß: „Die Schulen werden gesperrt“ und dann auch noch „Die Skigebiete müssen ihren Winterbetrieb vorzeitig einstellen“ fanden wir alles nicht mehr so witzig. Hamsterkäufe haben wir deshalb keine gemacht. Panik entstand auch nicht. Sorgen waren zwar da aber gut, wir sagen: Es ist wie es ist. Und da bringt es NICHTS, rein GAR NICHTS, irgendjemandem in Tirol oder sonst wo die Schuld in die Schuhe zu schieben und einen Sündenbock zu suchen. Besser nach vorne als zurück zu schauen, gell!

Corona Woche 1: 16. – 20.3.

Bücher aus der Schule geholt. Oben liegt die Mappe mit den „Aufträgen“….

Montag, 16. März: Ich fuhr ich mit den Kindern in die Schule, um noch die restlichen Bücher und Hefte nachhause zu holen. Denn eigentlich hatte es ja ursprünglich geheißen, die Schüler dürften am Montag und Dienstag noch in die Schule gehen. Doch bereits am Sonntag war alles anders und die Eltern der Unterstufen-Kinder, der VS-Kinder und Kindergartenkinder wurden angehalten, die Kids doch schon zuhause zu lassen. In der Schule hieß es, die Schüler würden die Arbeitsaufträge via e-mail erhalten. Mir schwante schon Schlimmes.

Hausunterricht – gar nicht gut

Mein Schwein pfeift….!

Immer noch Montag, 16. März: Ab dann ging der Stress erst so richtig los, und das, obwohl auch ich als Redakteurin aufgefordert wurde, nicht ins Büro zu fahren. Warum wurde es also stressig? Die Lehrer von Kind 1 (3. Klasse Unterstufe) und Kind 2 (2. Klasse Unterstufe) müllten meinen E-mail-Account zu, dass ich nicht nur ins Schwitzen kam, sondern fast den Überblick verlor.

„Hier sind die Kopien für….. Bitte ausfüllen und bis…. zurückmailen.“

„Bitte die Anlagen ausdrucken und in einer extra Mappe sammeln.“

„Arbeitsbuch S. 45 bis 65 ausfüllen. Buch lesen.“

Also ich glaubte momentan mein Schwein pfeift. Und das, obwohl ich kein Schwein habe. Ich war mit den ganzen Aufträgen und Kopien und Anweisungen so überfordert, dass ich mittags ein Glas Prosecco brauchte.

Manchmal hilft ein Glaserl Prosecco…

Eltern sind die „Corona Lehrer“

Dienstag, 17. März: Also wirklich. Wenn ich Kind 2 nicht einen Überblick verschafft und mit ihm einen Wochenplan erstellt hätte, dann wäre der Bub heillos überfordert gewesen. FRAGE an die Lehrer: Warum können die Kinder nicht was aus dem Buch machen? Warum müssen so viele Aufgaben und Dateien geschickt werden? Wofür gibt es online Übungen? Warum kann nicht jeder Lehrer (wo wie einige das netterweise machten) einen Plan mitschicken, damit die Kinder wissen, wann sie was zu erledigen haben?

Mittwoch, 18. März: Gut, mittlerweile hat sich alles ein wenig „eingespielt“. Wir haben „Wochen- und Lernpläne“ erstellt, aber trotzdem sind wir Eltern gerade die Lehrer. Denn wenn ein Kind sich wo nicht auskennt, dann fragt es Mama (oder vielleicht auch den Papa). Wir Eltern müssen dahinter sein, dass die Aufgaben gemacht werden und teilweise auch kontrollieren UND wir Eltern müssen auch die Aufgaben wieder retour schicken…. Einziger Vorteil bisher: Mir und den Kindern wird wenigstens vormittags nicht langweilig.

Donnerstag, 19. März: Meinem Job als Redakteurin kann ich nur bedingt nachgehen, denn unser Team der Regionalzeitungen ist aufs Minimum reduziert worden. Zeitungen erscheinen teilweise gar nicht oder nur in geringem Ausmaß. Trotzdem versuche ich mich an einer Geschichte und gehe in den Wald, um die Waldarbeiter zu interviewen. Die Kinder und der Mann sind derweil mit Home-Office bzw. Home-Schooling beschäftigt. Wir gehen uns am Nachmittag trotzdem schon gehörig auf die Nerven, versuchen aber Ruhe u bewahren. Bewegung und frische Luft tun da gut!

Freitag, 20. März: Juhhuuuuu! Ich darf meinen Schülern wieder eine Arbeitsaufgabe über Microsoft Teams schicken, denn ich würde meine Klasse heute für zwei Stunden unterrichten. Dementsprechend sieht auch ihr Arbeitsauftrag aus. Ich freue mich und denke: Endlich wieder auch eine Aufgabe für mich 😉 Nebenbei backe ich Brot. Ganz in der Früh jogge ich eine Runde. Die Kinder sind schon im „Corona-Schul- und Freizeit-Modus“, d.h.: Vormittags wird für die Schule gearbeitet. Nachmittags ist Freizeit. Der Mann sitzt immer noch vor dem Computer und arbeitet brav von zuhause aus. Langweilig ist uns (noch) nicht…… Wir hätten auch hier noch ein paar Tipps gegen die Corona Langeweile:

Tipps gegen Corona Langeweile

Gänseblümchen-Armband selbst gemacht.
  • Bastelt doch wieder einmal ein Gänseblümchen-Armband.
  • Backt euer Brot selbst. Nichts einfacher als das. Voraussetzung: Germ wird in den Geschäften nachgeliefert!!
  • Backt mal wieder einen Kuchen.
  • Geht hinaus und bewegt euch: Wie wäre es mit joggen, wandern, spazieren gehen?
  • Mit den Kindern Activity oder andere Brettspiele spielen.
  • Alkohol trinken. Also halt in Maßen, nicht in Massen!
  • Putzen: Fenster, Küche, Bad mal wieder so richtig durchreinigen.
  • Steuererklärung machen!
  • Telefoniert mal wieder mit jemandem, mit dem ihr sonst selten Kontakt habt, weil ihr immer sagt: Keine Zeit!
  • Bärlauch pflücken und daraus Suppe oder Pesto machen. Schmeckt herrlich und ist billig!