Dubai darf man einerseits lieben, aber ich verstehe auch, wenn die Stadt jemand hasst. Warum? Das versuche ich euch hier aus meinen Erfahrungen zu erzählen.

Eine Metropole der Superlative

Das tiefste Tauchbecken. Das höchste Gebäude. Die größte EXPO. Das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt. Der größte „waterpark“. Höher, größer, besser, schneller und natürlich auch teurer. Wenn man in Dubai ist hat man das Gefühl, dass es nicht mehr besser geht und dass Geld keine Rolle spielt. Man fühlt sich dort plötzlich wie eine arme Kirchenmaus.

Das ist richtig cool in der Wüstenstadt

  • Sauberkeit: Man könnte quasi vom Boden essen. Immer, überall. Obendrein hängt an jedem Ort, den man besucht ein feiner Duft in der Luft. Herrlich. Ich habe mir in Dubai nichts gekauft, aber ein paar Raumdüfte mussten mit in den Koffer. Jetzt fühle ich mich daheim als wäre ich in einem exklusiven Luxushotel. Sehr fein!
  • Freundlichkeit: Sei es der Taxifahrer oder der Hotelangestellte. Die Leute sind immer und überall höflich, freundlich und wirken offen. Das kann natürlich täuschen, wenn man sich als Tourist auf rein touristischem Terrain bewegt, andererseits: Wenn ich oft an die österreichische „Gastfreundschaft“ denke, dann muss man nicht davon ausgehen, dass überall jeder Kellner freundlich ist….. Ich sag nur: „österreichische Grantler“.
  • Rassismus? Gibt es dort nicht – das war zumindest mein Eindruck, den auch der Taxler aus Bangladesh bestätigt hat. Er meinte: In Dubai ist es wurscht, ob du Moslem, Christ, schwarz, weiß oder sonst was bist. Es wird jeder gleich behandelt und respektiert.
  • Moderne: Oh, ja. Es ist alles so modern! Nichts ist alt oder verstaubt. Es gibt kein Hotel, das „in die Jahre gekommen“ ist. Man hat das Gefühl dass alles am neusten Stand – also quasi „state of the art“ ist. Es glänzt, glitzert und sieht einfach alles einladend aus. Alleine die Shopping Malls sind quasi gleichzeitig ein Museum – so viel gibt es dort zu entdecken und zu bestaunen, wie zum Beispiel ein Riesenaquarium mitten in einem Shopping Centre.
  • Corona? Gibt es dort nicht mehr. Wie schön! Das war gefühlt der grüßte Pluspunkt und Vorteil an dieser Reise. Man musste zwar in Innenräumen noch Maske tragen (irgendeine, keine FFP2 Maske), ansonsten waren keine Corona-Regeln zu befolgen. 3G oder 2G oder 1G? Nichts von alledem!
  • Angebot über Angebot: Es gibt dort nichts, was es nicht gibt. Du kannst in Dubai alles kaufen. Vorausgesetzt du hast das passende Geldbörserl dazu.

Das stört mich an Dubai

  • Lücke zwischen Arm und Reich: Die klafft dort so richtig auseinander. Während der Taxifahrer umgerechnet 800 Euro pro Monat verdient (7-Tage-Woche, 12 Stunden Arbeit pro Tag) und in einem kleinen Appartement mit noch 5 anderen Männern wohnt so erhält ein Expat den ich kenne pro Tag um die 800 bis 1000 Euro.
  • Billige Arbeitskräfte: Einer meiner Freunde lebt seit 14 Jahren in Dubai. Er hat einen Koch, eine Nanny und auch einen Fahrer. Alle zusammen kosten ihn pro Monat 400 Euro! Wer soll da noch selbst kochen?
  • Preise: Es ist alles sauteuer. Außer der oben genannten Raumdüfte habe ich nichts gekauft. Warum? Weil einfach alles teurer ist als bei uns in Europa.
  • Klima? Wurscht! Die Stromerzeugung in Dubai dürfte auf Hochtouren laufen – also „Ende nie“. Ein Beispiel sei da nur die berühmte Skihalle in der Mall of Emirates, in der man von einer Außentemperatur von ca. 40 Grad auf knackige 0 Grad abgekühlt wird.
  • Hitze: Es wäre mir dort das ganze Jahr über zu heiß! Ja, auch im „Dubai Winter“. Mir würden die Kälte und der Schnee fehlen und der Übergang der Jahreszeiten.
  • Wüste und keine Berge: Auch wenn mein „Expat“-Freund sagt, dass er außerhalb von Dubai ab und zu wandern geht, so kann das sicherlich nicht mit unserer Bergwelt mithalten.
  • Viele Menschen: Es ging im Oktober überall rund. Egal ob in der Shopping Mall, Richtung Burj Khalifa oder im Waterpark beim Atlantis – „queuing“ (also „Schlange stehen“) war oft angesagt.
  • Alkohol ist sauteuer! In den meisten Restaurants außerhalb der Hotels gibt es eh keinen Alkohol, aber dort, wo es ihn gibt es er quasi unbezahlbar. Wir leisteten uns einmal eine Flasche und legten umgerechnet 60 Euro ab… Hallelujah.

EXPO 2020 – Ein Erlebnis der besonderen Art

Ja, cool, ABER: Die EXPO wurde scheinbar innerhalb von mehreren Jahren gebaut und dabei starben ziemlich viele Menschen. Tja….. Da fragt man sich echt: Muss das sein? Und vor allem: Was passiert im März, wenn die EXPO 2020 Geschichte ist?

Trotzdem war es ein Erlebnis, die EXPO besuchen zu dürfen. Wir verbrachten an einem Tag acht Stunden dort und haben nur einen Bruchteil der Weltausstellung gesehen. Vermutlich wäre uns nach zehn Tagen auch noch nicht langweilig geworden. Hier ein paar Eindrücke:

(BTW: Der Österreich Pavillion ist auf den Fotos nicht zu sehen, denn der war eher zum „Fremdschämen“.)

Mein 2. Mal in in der Stadt von „1001 Nacht“

Ich war ja bereits vor ein paar Jahren in Dubai als ich meinen Mann auf Dienstreise begleiten durfte. Ich war sofort richtig fasziniert von der Stadt und habe damals schon darüber berichtet indem ich gefragt habe, ob man im Juli nach Dubai reisen darf. Und ja: Juli ist deshalb super, da der Juli in Dubai als Nebensaison gilt und nicht allzu viel los ist. Das war jetzt Ende Oktober schon anders.

Trotzdem: Ich liebe Dubai und werde definitiv wieder einmal dorthin reisen, wenn ich wieder Geld gespart hab, gell.