Keiner ist in den letzten Wochen dem Rattengedicht entkommen. Und wenn etwas so sehr in den Medien aufgebauscht wird, dann macht mich das immer neugierig und auch stutzig. Vor allem sage ich: Es gibt immer zwei Seiten der Medaille, wie ich dies bereits bei einem vorherigen, harmlosen Blogbeitrag aufgezeigt habe (Darf man immer wieder einsichtig sein?)

Bunte Parteienlandschaft

Rot, grün, blau, türkis, pink, braun. Die Parteienlandschaft ist bunt. Und das ist gut so! Warum? Weil sich dadurch viele verschiedene Meinungen bilden, aufeinander schlagen und sich dadurch viele verschiedene Sichtweisen ergeben. Es gibt zum Glück auch im Leben nicht nur Schwarz und Weiß.

Die Blauen

Zur Farbe Blau fällt mir spontan ein: Blau sein nach einem Alkoholexzess. Blau steht aber auch für Ruhe und Stille. Blau ist die Farbe, die Intellektualität ausstrahlen soll. Dann gibt es aber noch blaue Flecken, nachdem man sich wo angerempelt hat. Nach einer Auseinandersetzung kommt man oft mit einem blauen Auge davon. Der Himmel ist so schön blau, usw. Alles Fakten und Tatsachen – positiv wie negativ.

Ich habe noch nie die Blauen gewählt – aus vielen bekannten Gründen. Das möchte ich kurz festhalten, bevor ich das Rattengedicht analysiere.

Hetzer

Bevor ich das Gedicht überhaupt gelesen habe, bin ich nur über Hasspostings gestoßen. Und sorry, Leute: Aber die ganzen linken Gutmenschen sind somit um nichts besser als die rechten Hetzer! Denn, lasst es uns nach Alexander Van der Bellen sagen: „In den letzten Tagen und Wochen sind Aussagen öffentlich geworden, mit denen gezielt Hetze gegen einzelne Menschengruppen betrieben wurde. Solche Aussagen führen zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas in unserem Land. Sie führen zur Spaltung statt zur Stärkung des Gemeinsamen in unserer Heimat. Und damit wird auch das Ansehen Österreichs in der Welt massiv beschädigt. Hetze gegen Mitmenschen werden wir in Österreich niemals akzeptieren.“

In dieser Stellungnahme steht nichts von „Ausländern“ oder „Migranten“. Es steht darin stattdessen, dass es um einzelne Menschengruppen geht und dass das Klima vergiftet würde. Und genau so isses: Wenn die Leute jede kleinste Kleinigkeit, die die Blauen falsch anpacken in tausend Stücke zerlegen und zerhacken, dann ist bei uns eh schon alles zu spät! (Umgekehrt natürlich auch!)

Versuch einer Gedichtsanalyse

Damals, während des Studiums, da musste ich unzählige Gedichte interpretieren. Und eines kann ich sagen: Das ist nicht leicht. Daher trau ich mich zu behaupten, dass die Mehrheit der linken Hetzer und selbsternannten Gutmenschen das Gedicht entweder gar nicht gelesen hat (oder nur die Überschrift) oder es schlicht und einfach nicht kapiert hat. Dann liest man sich das ein paar Mal bewusst durch, dann ist daran wenig Schlimmes zu finden. Also ich wüsste nicht, wieso man dieses kleine Gedicht so an die Große Glocke hängen muss und darin wieder die riesige Ausländerfeindlichkeit sieht. Der Autor bezeichnet sich doch selbst als Ratte.

Reinhard Fendrich und die Ratten

Reinhard Fendrich hat übrigens in „I am from Austria“ damals schon gesungen:

„Dei‘ hohe Zeit ist lang vorüber, und auch die Höll‘ hast hinter dir, vom Ruhm und Glanz ist wenig über, sag‘ mir wer ziagt noch den Hut vor dir, außer mir.
I kenn‘ die Leut‘, I kenn‘ die Ratten, die Dummheit, die zum Himmel schreit, I steh‘ zu dir bei Licht und Schatten – Jederzeit….. I am from Austria“

Österreich Flagge mit Adler
Quelle: pixabay

Hat sich da einer aufgeregt? Nein! Na, also! Oder wurde der Fendrich damals schon als Nazi abgestempelt?

Der Teil im „Rattengedicht“ in Bezug auf die Vermischung der Sprachen gefällt mir: Stellt euch vor, es würde aus allen Sprachen nur mehr eine gemacht werden. Stellt euch vor, wir hätten auf der ganzen Welt dieselben Bräuche und Sitten. Stellt euch vor, es gäbe nichts mehr mit „Multikulti“. Ich liebe andere Länder, Sitten, Sprachen und Gebräuche (nicht nur deshalb habe ich Fremdsprachen studiert) und hoffe, dass dies auch so erhalten bleibt. Ich finde auch gut, dass die Österreicher auf ihre Traditionen bauen und diese erhalten. Genauso wie die Italiener, Engländer, Bosnier, Iraner, etc. das tun (sollten). Und übrigens: Ich würde niemals in Italien ein Schnitzel essen, gell.

Ausländer vor Inländer

Und ja: Man hat oft als Bürger das Gefühl, dass für Migranten und das Thema Integration mehr getan wird als für die eigenen Landsleute. Das darf man doch wohl äußern!

Was der Autor mit dem Gedicht auch noch sagen wollte: „Wer zu uns kommt und sich an unsere Gesetze hält, kann ein Teil von uns werden, wer unsere Gesetze und Gebräuche miss- oder gar verachtet, kann das nicht.“ Ja, richtig! Ich passe mich im Ausland ja auch an die Gepflogenheiten an. Das gehört sich so.

Man darf gar nichts mehr sagen

„Schwarzweißmalerei“
Quelle: pixabay

Oft hab ich das Gefühl, man darf gar nichts mehr sagen, was man sich denkt. Denn man wird gleich in eine Schublade von rechts und links, Himmel oder Hölle gesteckt. Lasst uns doch andere Meinungen akzeptieren. Wir sind hoffentlich in einem freien Land, das verschiedene Ansichten und Meinungen gelten lässt – obwohl: Manchmal bin ich mir da nicht mehr so sicher. Gäbe es nur eine, dann würden wir ja in einer langweiligen Welt leben, die einer Diktatur ähnelt.

Lasst euch nicht einschüchtern

Nicht unbedingt in Bezug auf das Rattengedicht, aber ganz allgemein im Leben: Lasst euch nicht von vermeintlich Intellektuellen einschüchtern! Nur weil jemand selbstsicher auftritt muss er nicht recht haben. Also: Sagt weiterhin eure Meinung – egal wozu und worüber! Das ist nämlich immer noch erlaubt!

Was jedoch gar nicht geht ist, wenn ein Journalist seine Meinung jemandem aufzwingt, so wie es der Armin Wolf tut. Guter Journalismus sollte neutral und wertfrei berichten!! Viele wissen schon, auf welches Video ich abziele – wer es noch nicht gesehen hat, der sollte sich das unbedingt „geben“:

Und hier ist der Blogartikel von dem armen, armen Armin Wolf, nach diesem Eklat: „Etwas, das nicht ohne Folgen bleiben kann“ – Kein Kommentar.

Fazit

Als gäbe es sonst keine Probleme auf der Welt! Ist ja nichts passiert, sondern nur ein patschertes Gedicht und zwei Männer, die sich wie Streithähne in einer Arena vor Schaulustigen profilieren wollen.

Also: Keep cool da draußen!