DARF MAN BEI DER BARBARA-KARLICH-SHOW MITWIRKEN?

Ja, es war soweit. Ich wurde zur Barbara-Karlich-Show nach Wien eingeladen. Und das bereits im Mai. Nach langem Hin und Her hatte ich tatsächlich zugesagt.

SCHEISSDIRNIXDANNFEITDIRNIX

Irgendwie war mir nicht wohl bei dem Gedanken in einer Talk-Show zu sitzen, die an an einem Nachmittag quasi nur für ältere Menschen ausgestrahlt wird. Beispiel gefällig? Meine Oma ist stattliche 92 Jahre alt und liebt die Barbara Karlich. Egal, diesmal dachte ich: „Scheiss‘ dir nichts, dann fehlt dir nichts.“ Warum ich nicht sofort Feuer und Flamme war?

  1. Das Publikum kam direkt aus dem Altersheim. Echt jetzt! Die waren sogar mit einem eigenen Bus angereist. Nicht unbedingt meine Zielgruppe.
  2. Ich im Fernsehen? Geht das? Was, wenn ich mich blamiere?
  3. Es war ein ziemlicher Aufwand für einen 10-minütigen-Auftritt in Wien den ganzen Tag zu opfern.

Ich tat es trotzdem – ganz nach dem Motto: „Was du nicht ausprobiert hast, darüber kannst du nichts sagen“ bzw. „Lieber etwas wagen und auf die Schnauze fallen als nichts probieren und sich dann eventuell im Nachhinein Vorwürfe machen“.

WAS GESCHAH

Nach einer Zugfahrt von 2,5 Stunden kutschierte mich ein Taxi ins ORF-Zentrum am Küniglberg. Dort wurde ich recht herzlich in Empfang genommen und gleich hieß es ab in die Maske und zum sogenannten Kleidermeister. Mir wurde zuerst eine fette Schicht Make-up aufgetragen und anschließend meine Kleidung begutachtet. Es passte soweit – Glück gehabt! Ersatzklamotten hatte ich nämlich nicht dabei. Darauf folgten Briefings und Small Talk und nachdem alle meiner „Kollegen“ für die Sendung eingetrudelt waren konnte es losgehen. Ich war die letzte, die auf die Bühne durfte und musste bis dahin die Show von draußen über einen Bildschirm mitverfolgen. Die Spannung stieg, aber ich war zum Glück nicht mordsmäßig nervös, sondern bloß etwas angespannt.

DAS THEMA

Es lautete: „Männer sind alleine hilflos!“. Wer sich nun fragt, warum gerade ich zu genau diesem Thema eingeladen wurde, der bekommt hier die Antwort: Es gab da einmal einen lustigen Artikel zum Thema „Darf man heute noch Frau sein?“, den ich vor einem Jahr schrieb und auf Grund dessen der Redakteur auf mich aufmerksam wurde. Was ich nun zu dem Thema zu sagen hatte, das könnt ihr hier sehen (kleiner Hinweis: Ich bin nur die letzten 5 Minuten im Bild):

NACH DER SHOW

Da die Sendung bereits im Mai aufgezeichnet wurde, so hatte ich gleich danach das Gefühl, dass ich MEGAPEINLICH war. Aber: Mir war das wurscht!

Als ich mich dann gestern erstmalig im TV sah so sage ich: Hot scho gepasst! Ich wollte zwar irgendwie noch viel mehr erzählen als das, was ihr da seht, aber am Ende hieße es: Die Zeit ist um. Und ich hatte weder meinen Blog bewerben noch dezidiert meine „Message“ kundtun können, die da wäre:

„Wenn Männer alleine hilflos sind, dann sind es Frauen auch. Denn wir Frauen übersehen viele Dinge, die Männer für uns tun – ganz selbstverständlich. Stattdessen regen wir uns auf, dass sie uns zu wenig helfen.“

SINN ODER UNSINN?

Es hatte auf jeden Fall Sinn und vor allem Spaß gemacht, dabei zu sein. Warum?

  • Weil ich nun weiß, wie es sich anfühlt auf der Bühne zu sitzen und dabei von Kameras gefilmt zu werden (Gar nicht so schlimm).
  • Weil ich nun weiß, dass ich nicht stottere wenn ich vor fremden Leuten rede und auch mündlich (nicht nur wie bisher schriftlich) gefährlich ehrlich sein kann.
  • Weil ich nun weiß, dass ich nicht Hochdeutsch reden kann. 🙂