Das Smartphone: Es bestimmt unser Leben. Aber: Es geht auch ohne. Wir haben in den vergangenen zwei Wochen den Beweis angetreten.

Süchtig nach dem Smartphone

Wer es nicht gelesen hat: Im Beitrag „Darf man Jugendliche zur Handy Nutzung animieren?“ habe ich unser Experiment, das sich über zwei Wochen erstreckte bereits erklärt. Die Kinder und auch wir Eltern durften in der ersten Woche so viel am Handy hängen wie wir wollten. Dafür durften wir in der darauffolgenden Woche das Smartphone nur zum kommunizieren über Telefon oder Whatsapp benutzen. Hier kommt das Fazit der ersten Woche:

Eine Woche komplett mit dem Smartphone verbringen

Die Kinder fanden die Woche natürlich „mega“! Der Sohnemann verbrachte um die 40 Stunden am Handy mit Zocken, Videos schauen und TikTok. Die Tochter hingegen nur 21 Stunden. Bei ihr waren es vorwiegend Snapchat, TikTok und irgendwelche Fun-Apps.

Der Mann weist mit 6 Stunden die geringste Handy Nutzung auf: Er benutzte vorwiegend nur die mail-App, Google oder Google Maps.

Ich hingegen schaffe offensichtlich nie mehr als 11 Stunden. Das ist so eine Grenze, ab der mir das „ins-Handy- Starren“ überhaupt nimmer taugt. Da fühle ich mich aufgesaugt von der digitalen Welt und am Ende sogar „ausgesaugt“ und leer. Ich benutze vorwiegend Facebook und Instagram und habe nach dem vielen Scrollen das Gefühl, ich wäre der einzige Loser auf dieser Welt. Denn: Gefühlt unternehmen alle anderen lauter geile Sachen, während ich fad in meinem Haus oder Garten sitze – und eben aufs Display starre.

Durchschnittliche Smartphone Nutzung in Österreich

Ich habe mal recherchiert und folgendes auf der Seite der Statista gefunden: „Die tägliche Handynutzung rangiert in Österreich aktuell bei 3,4 Stunden, wobei ein Ost-West-Gefälle zu beobachten ist: In Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland und der Steiermark wird täglich 3,2 Stunden und in Wien täglich 3,7 Stunden mit dem Handy interagiert.“ Sprich: Pro Woche wären das im Schnitt 23,8 Stunden (!!!). Befragt wurden Österreicher im Jahr 2018 ab einem Alter von 15 Jahren. So gesehen liegen wir eh gut im Rennen 😉

Eine Woche ohne Smartphone

Die Woche ohne Smartphone war gar nicht so schlimm. Ganz im Gegenteil: Wenn man gar nichts nachschauen darf, dann geht einem auch nichts ab. Das ist wie beim Shoppen: Wenn ich nirgends hinkomme und gar nicht sehe, welche tollen Klamotten und Schuhe es gäbe, dann kann ich ja auch nichts vermissen oder mich leid sehen. Im Endeffekt ist also alles eine Sache der Gewohnheit.

Das Resümee der Kinder (13 und 15)

So ähnlich field dann auch das Resümee der Kinder aus. Beide Teenager sagten unisono: „Es war gar nicht so schlimm. Man gewöhnt sich an alles.“ Tja, eigentlich fad. Ich hätte ja gehofft, dass die Kids ohne Handy so richtig aufgeschmissen wären. Aber nein: War alles kein Problem. Dasselbe galt für mich und den Mann: Auch wir gewöhnten uns an die Woche ohne digitale Ablenkung. Es war sogar eher eine Erleichterung einmal nicht von „Fake News“ oder anderen Hiobsbotschaften bedrängt zu werden.

Ausflüge statt Smartphone Nutzung

Die Kinder hatten allerdings auch Glück: Da gerade Ferien sind habe ich mit ihnen in der „handyfreien“ Zeit relativ viel unternommen. Da kam nicht viel Langeweile auf. So waren sie abgelenkt und das Smartphone fehlte ihnen nicht all zu sehr. Najo, da sind wir dann mal froh 🙂