Darf man ohne Kamera in die Berge?

Ja, meine Lieben. Heute ist es soweit: Hier kommt der erste Gastbeitrag auf euch zu. Horst Gassner ist einer meiner Salzburger-Blogger-Kollegen und beschäftigt sich in seinem Blog Austria Insiderinfo über Ausflüge und Wanderungen im schönen Österreich! Dazu kommt noch sein Talent, coole Fotos zu schießen. Daher auch der Titel des heutigen Beitrags! Viel Spaß beim Lesen – Hier kommt Horst:

Ohne Kamera in die Berge – ein Gedanke, der mir widerstrebt und die Nackenhaare aufstellen lässt! Darf man das denn? Andrea darf das bestimmt (Andrea darf ja fast alles, wie ihr Blog regelmäßig beweist), aber darf das auch ich?

Die Kamera als ständiger Begleiter

Als Reiseblogger dessen Blog auch davon lebt die Wanderungen und Ausflüge möglichst gut zu bebildern, sollte man jede Möglichkeit nutzen, um möglichst schöne Rechtecke aus der Landschaft zu stanzen! Und genau so mache ich das auch seit vielen Jahren. Meine Kamera ist mein ständiger Begleiter. Zuerst klein und niedlich, deshalb nicht schwer und auch ganz einfach mitzunehmen. So gewöhnt man sich im Laufe der Zeit daran, die Kamera stets dabei und griffbereit zur Hand zu haben.

Denn man weiß ja nie, was am Weg passiert, auch wenn man diesen schon über 400x gegangen ist, wie es bei mir zum Beispiel bei meinem Hausberg, dem Nockstein, der Fall ist.

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Vom Gipfel des Nocksteins – immer wieder geniale Ausblicke

So könnte zum Beispiel das Wolkenspiel besonders schön sein oder sich einer der umliegenden Berge im schönsten Abendlicht präsentieren. Will man da in die saublöde Situation kommen, ausgerechnet in dem Moment keine Kamera dabei zu haben? Eben! Nicht mit mir – meine Kamera ist und bleibt mein mit Abstand treuester Begleiter.

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Wer früh genug unterwegs ist, wird belohnt (aber nur, wenn die Kamera dabei ist, kann man das auch anderen zeigen)

Ja, auch Gämsen können einem auf dem Weg zum Nockstein unterkommen. Einfach nur herrlich, diese Tiere zu beobachten! Selbstverständlich mit der Kamera im Anschlag. Unvorstellbar, hier keine Kamera dabei zu haben!

Im Laufe der Zeit habe ich als ernst zu nehmender Fotograf meine Ausrüstung selbstverständlich mehr und mehr gepimpt. Damit ist auch der Platzbedarf und das Gewicht der Ausrüstung gestiegen. Gut, wenn man dann einen Fotorucksack sein eigen nennt! Was ich natürlich tue! Und gut auch, eine Frau zu haben, die dazu breit ist, auf längeren Touren meine Reserveklamotten in ihren Rucksack zu packen. Ich begnüge mich mit einem zusätzlichen Flaschenhalter und einem Wimmerl (auch Bauch- oder Hüfttasche genannt) für das Allernotwendigste. Der Fotorucksack ist schließlich schwer genug.

Ja darf man denn das?

Ob man seiner Frau Reserveklamotten in den Rucksack stopfen darf? Ja, ich darf das (sagt meine Frau).

Im Notfall könnte ich meine Fotoausrüstung auch auf Reisen etwas minimieren. Da wir in der Regel Tagestouren unternehmen, kann ja zumindest alles ins Hotel mit und erst dort könnte ich entscheiden, was am Ende dann auf die Tagestour mitgenommen wird. Und so mache ich das auch. Nur, dass ich mich dann doch fast immer für den großen Fotorucksack entscheide (ja, mittlerweile habe ich zwei), denn man weiß ja nie: am Ende komme ich in eine Situation, in der ich ausgerechnet das eine Objektiv brauche, das aus Platzgründen im Hotel bleiben musste. Wie blöd wäre das denn?

Ganz ohne Kamera auf den Berg?

Ich habe es probiert. Ehrlich! Zwar nicht oft, aber doch. Klar, natürlich nicht, wenn ich eine Tour unternommen habe, bei der die Wahrscheinlichkeit gering war, diese zumindest 10x wiederholen zu können! Aber von den 400x Nockstein habe ich sicher 2 mal (oder vielleicht war es sogar 3 mal?) die Kamera zu Hause gelassen. Und was soll ich sagen? Das fühlte sich gar nicht einmal soooo schlecht an.

Kein Fotorucksack am Rücken. Nicht jeden Strohhalm und jedes wehende Blatt im Wind beobachten zu müssen, nicht den Zug der Wolken verfolgen und den Sonnenstand im Auge behalten zu müssen, ob sich etwas Interessantes tut. Die mich umgebende Landschaft nicht nur in Rechtecken im Format 16:9 wahrzunehmen (oder wahlweise 1:1 für Instagram Fotos) – das hat auch irgendwie etwas. Vielleicht sollte ich das Experiment wiederholen? Andererseits: ich könnte dabei schon auch den Jahrhundert-Shot, das genialste Stimmungsbild ever, versäumen …

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Blick vom Gaisberg zum Watzmann – Sonnenaufgang bei -17 Grad

Was ich alles noch nicht versäumt habe, kannst du bei Interesse gerne auf meiner Wander- und Ausflugsseite, der Austria Insiderinfo bewundern.

4 Gedanken zu “Darf man ohne Kamera in die Berge?

  1. Klar darf man, aber sollte man auf gar keinen Fall. Also eine kleine leichte Kamera sollte immer dabei sein.
    Denn dann ärgerst dich nicht über den einen Moment der sich nie wiederholen wird 😉

      1. Naja, ganz das Ganze nehme ich nicht mit 🙂 . Zumindest das 150-600mm Angeber-Tele bleibt so gut wie immer Zuhause. Aber beim Rest tue ich mir zumindest bei neuen Touren extrem schwer, etwas zurückzulassen.

        Bei bereits bekannten Touren nehme ich immer öfter nur ein Objektiv mit. Sinn: das schult das Auge und lässt einen genau dieses eine Objektiv besser kennenlernen.

        Have fun
        Horst

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Trau dich und sei gefährlich ehrlich!