DARF MAN FLUCHEN?

Ja, sicherlich! Fluchen ist sogar eine meine Lieblingsbeschäftigungen.

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„OARGE“ BEISPIELE

Kurzer Auszug aus meinen „Fluchanwandlungen“:

Ich zu den Kindern: „Trottel sagt man nicht, Kinder! Arschloch schon!“ – Ist mir einfach so rausgerutscht!

Ich zu irgendjemandem irgendwann mal: „Du dreckiges Arschloch!“ – Ist mir auch einfach so rausgerutscht!

So, jetzt wo ich eure Aufmerksamkeit habe geht’s in „medias res“.

 

Und mal ganz ehrlich: Wer von euch hat noch nie geflucht? Da können wir unsere Kinder noch so oft belehren mit: „Arschloch sagt man nicht“. Pffff…!

REIN WISSENSCHAFTLICH GESEHEN

Ich beginne heute ausnahmsweise einmal ganz wissenschaftlich: img_3954

„Intelligente Menschen bleiben lange wach, sind unordentlich und fluchen.“ Forscher einer Studie aus den USA fanden heraus, dass ein „reiches Vokabular an Schimpfwörtern ein Zeichen für gesunde verbale Fähigkeiten“ sei. (Quelle: http://www.businessinsider.de/5-verdammt-gute-argumente-fuers-fluchen-2016-8 ) Juhuuuu! Ich freu mich so! Nicht nur wegen des Fluchens, sondern auch wegen „lange wach und unordentlich sein“.

FLUCHEN BEFREIT

Ich merke auch immer, dass ich mich innerlich befreit fühle, wenn ich mich gerade ärgere und dabei ungemein arg fluche. Das ist wie mit dem Schreien. Man sollte „ungute“ Dinge aus sich herausschreien. Sei es physischer oder psychischer Schmerz, Liebeskummer oder irgendeine Art von Ärger: Schreit oder flucht! Es hilft – find’ ich halt.

SEMINARARBEIT ZUM THEMA SCHIMPFWÖRTER

Gewusst habe ich das instinktiv ja schon immer. Denn bereits an der Uni schrieb ich eine wirklich wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Die Verwendung von Schimpfwörtern im Italienischen und Deutschen“. Da stand ich dann vor versammeltem Hörsaal und durfte ganz legitim Wörter wie: „Blöde Kuh“, img_6367„Hurensohn“, „Sau“, „Arschloch“ und „Leck mich am Arsch“ offiziell verwenden. Ja, ich musste doch meine wissenschaftlichen Ergebnisse präsentieren! Ha, und das ganz ohne schlechtes Gewissen.

Ich hatte zuvor 100 Personen befragt und daraus Schlüsse gezogen. Das Ergebnis: Die Italiener sind im Fluchen quasi Weltmeister. Das gibt Grund genug, ab und wann meine Schüler mit einer „Schimpfwortstunde“ in Italienisch zu belohnen. Und das Beste daran: Diese Art von Vokabular merken die sich, ohne zuvor für einen Vokabeltest gelernt zu haben.

FLUCHEN BEIM AUTOFAHRENimg_6883

Jeder flucht mal beim Autofahren. Da schreit man dann in die Leere seines Armaturenbretts Sachen hinein, von denen man oft gar nicht weiß, dass man sie im Repertoire hat. Das Schlimme daran: Beim Autofahren, da merke ich erst im Nachhinein, dass ich ziemlich tief in meine Schimpfwörterbox gegriffen habe….. und erschrecke am Ende fast selbst über mich. Das echt „Coole“ am Fluchen beim Autofahren: Es hört ja keiner – vorausgesetzt du sitzt alleine am Steuer. Da kannst du dann so richtig die „Sau rauslassen“ und in der Kreativkiste der schmutzigen Wörter richtig gut rumwühlen. Das macht Spaß! O.k. Bis auf einmal. Da hatte ich vergessen, dass die Kinder auf der Rückbank saßen…….

ÖFFENTLICH FLUCHEN – ODER DOCH „NUR“ IM AUTO? IMG_6673.jpg

Ich hab’ da so einen eigenen „running gag“ mit meinem Mann. Wenn uns etwas aufgezwungen wird – sagen wir mal ein Seminar, in dem wir widerwillig drinnen sitzen – dann beginnen wir innerlich zu fluchen. Unsere imaginäre Stimme schreit dann: „Ihr seid alle Arschlöcher!“. Warum? Weil wir das Seminar als sinnlos empfinden und es als reine Zeitverschwendung betrachten. Wenn mir jemand die Zeit stiehlt, dann ist das für mich  quasi ein „Verbrechen“. Ich werde wütend. Wenn ich wütend werde, dann fluche ich. Zumindest innerlich. Das ist nicht so einfach wie beim Thema „Fluchen im Auto“. Aber: Irgendwann trau ich mich vielleicht auch öffentlich das tiefe Innere meines dunklen Schimpfwörter-Repertoires lauthals preiszugeben. Ich meine damit: Vor allen Leuten fluchen! Das steht zumindest auf meiner „bucket list“. *

Warum? Weil ich wissen will, wie die Leute darauf reagieren. Und weil ich wissen will, welchen Nutzen ich daraus ziehen könnte. Wer weiß, vielleicht gibt es dazu einmal einen extra Blogartikel?

*“bucket list“: Eine Liste von Dingen, die man tun will, bevor man stirbt. Der Ausdruck kommt vom Englischen „to kick the bucket“, was soviel heißt wie: „ins Gras beissen“. Vielleicht kennt ihr den Terminus ja aus dem Film „Das Beste kommt zum Schluss“. ABER: Keine Sorge, ich sterbe noch lange nicht! Hab noch zu viele „items“ auf meiner Liste.

Ein Gedanke zu “DARF MAN FLUCHEN?

  1. Pingback: DARF MAN ÖFFENTLICH ÜBER (S)EINE DEPRESSION REDEN?

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